#23B – Taucher jagen Geisternetze
Show notes
In dieser Episode geht es um gefährliche Geisternetz-Bergungen in der Ostsee.
Michael Herzog spricht mit Sabine Kerkau, technischer Wracktaucherin und Präsidentin der Baltic Sea Nature & Heritage Protection Association e.V., über die Bergung von Geisternetzen aus Wracks in der Ostsee.
Es geht um schlechte Sicht, Kälte, Tiefe, Risiko, Teamarbeit, die Zusammenarbeit mit Fischern und die Frage, was nach der Bergung mit den Netzen geschieht.
Für Redes Fantasma ist die Episode ein wichtiger Blick auf das Ende der Kette: Bergung bleibt notwendig, aber Prävention, Ortung und schnelle Rückholung verlorener Netze müssen früher ansetzen.
Spendenhinweis: Wer die Arbeit von Sabine Kerkau und ihrem Team unterstützen möchte, findet Informationen und Spendenangaben auf der Website der Baltic Sea Nature & Heritage Protection Association e.V.: https://www.bsnhpa.org
Links zur Episode:
Video zur Geisternetz-Bergung in der Ostsee: https://www.linkedin.com/posts/sabine-kerkau-a0a3b0134_baltic-sea-nature-and-heritage-protection-ugcPost-7458591819501744130-N0FC
Baltic Sea Nature & Heritage Protection Association e.V. https://www.bsnhpa.org
Baltic Sea Heritage Rescue Project https://bshrp.org/de/
Redes Fantasma https://www.redes-fantasma.org
Hashtags: #Geisternetze #GhostNets #BalticSea #Ostsee #Wracktauchen #Meeresschutz #OceanConservation #MarineProtection #RedesFantasma #MichaelsGreenWorld
Show transcript
00:00:11: Willkommen bei Michaels Green World, dem Podcast über Nachhaltigkeit, Innovation und Menschen die nicht nur über Probleme sprechen sondern an Lösungen arbeiten.
00:00:21: Viele Episoden dieses Podcasts treten sich bisher um Energiewende, Versorgungssicherheit und große technische Systeme.
00:00:31: Heute gehen wir wieder einmal direkt hinaus in den praktischen Umweltschutz ins Meer Und schnell merkt man, auch dort geht es um Systeme, Verantwortung, Technologie und um die Frage warum Probleme oft erst sehr spät gelöst werden.
00:00:48: Wir sprechen über Geisternetze – so nennt man verlorene oder aufgegebene Fischernetze, die weiter im Meer treiben oder an Wrocks, Felsen unter Meeresboden hängen bleiben.
00:00:59: Unter Wasser können sie tatsächlich gespenstisch aussehen vor allem aber fangen verletzen und töten sie weiter Fische, Schweinswale, Robbenvögel und andere Meerestiere.
00:01:15: Diese Netze müssen geborgen werden – damit sie nicht über Jahre oder Jahrzehnte weiter Schaden anrichten.
00:01:22: Noch besser wäre es natürlich wenn Sie gar nicht erst im Meer verloren gehen würden!
00:01:27: Oder wenn Sie sehr schnell wiedergefunden und zurückgeholt werden könnten?
00:01:32: Genau darum geht das bei Redes Phantasma was auf Portugiesisch Geisternetze heißt.
00:01:40: Aber bevor wir in einer späteren Episode stärker über Prävention, Ordnung und stelle Rückholung sprechen, schauen wir heute auf das Ende der Kette.
00:01:50: Was bedeutet es eigentlich, Geisternetze unter Wasser zu bergen?
00:01:56: In Episode XIII haben wir Ocean Patrol vorgestellt – unsere freiwillige Partnerorganisation in Portugal.
00:02:04: In Episode XVII ging es um die Vorbereitung des Redes Fantasmas Symposiums in Portugal bei dem Geisternetze und Meeresschutz im Zentrum standen.
00:02:15: Dort haben wir auch oft über Beachcleanings gesprochen, bei denen Freiwillige an einem einzigen Tag hunderte Kilogramm Meeresmüll am Strand einsammeln.
00:02:26: Aber nicht alles wird an den Strand gespült – viele Netze bleiben im Wasser.
00:02:31: Manche hängen tief unten an Racks.
00:02:34: Dort werden sie zufallen für Tiere und zu einer Gefahr für Taucherinnen und Taucher.
00:02:42: Mein heutiger Gast ist Sabine Kerkau.
00:02:45: Sie ist technische Wracktaucherin, Autorin, Fotografin und Videografin.
00:02:50: Seit mehr als acht Jahren leitet sie das Baltic Sea Heritage Rescue Project.
00:02:56: Seit mehrere Jahren führt sie außerdem ehrenamtlich den Deutschen Verein Baltic See Nature and Heritage Protection Association eV.
00:03:07: Mit ihrem Team bringt die Geisternetze von WRAX in der Ostsee dokumentiert historische Schiffsracks und arbeitet mit Universitäten, Museen und Fachleuten zusammen um unter Wasser Kulturerbe zu schützen.
00:03:23: Ihr Team hat in den vergangenen Jahren rund dreißig tollen Geisternetze aus der Ostsee geborgen.
00:03:31: Sabine gehört zu den profiliertesten technischen Wraktauchern im deutschsprachigen Raum.
00:03:37: Sie ist Mitglied der Women Diverse Hall of Fame war nach Angraben von X-Ray Merck die erste deutsche Taucherin, die dort aufgenommen wurde und wurde ... ... also erst kürzlich als Fellow in den Explorers Club in New York aufgenommen.
00:03:56: Eine große Ehre!
00:03:59: Am vierundzwanzigsten April, was Abine beim Redes Phantasma Symposium im Oceanario de Lisboa dabei.
00:04:09: Ihre Botschaft war klar – Bergung ist notwendig Aber wenn wir erst dann handeln, wenn Netze seit Jahren am Meeresboden liegen ist der Aufwand enorm.
00:04:19: Das Risiko hoch und der Schaden oft längst geschehen!
00:04:25: Darüber sprechen wir heute – was sieht man unter Wasser?
00:04:28: Wie gefährlich ist diese Arbeit?
00:04:31: Warum hängen so viele Netze an Wrax?
00:04:33: Und was können wir daraus lernen, wenn wir das Problem künftig früher schneller und systematischer angehen
00:04:40: wollen?!
00:04:41: Ich möchte dich willkommen heißen Sabine Kerkau, aber am besten du stellst dich einfach gerade selbst vor.
00:04:50: Dankeschön für die Einladung Michael!
00:04:52: Mein Name ist Sabine Kerkau und ich bin die Frontfrau des Vereins Baltic Signature Enterted Protection Association.
00:05:03: Wir beschäftigen uns mit der Bergung von Geisternetzen aus dem Meer angefangen.
00:05:09: Seit ungefähr zehn Jahren tun wir das in der Ostsee und seit diesem Jahr auch im Mittelmeer.
00:05:15: Ich bin als Wracktaucherin rund um die Welt gereist, habe viele Artikel geschrieben für Universitäten, für Museen, fragst dokumentiert eingeladen worden in Litauen, in der Ostsee ein deutsches Kriegsfrakt zu dokumentieren die Friedrich Karl und bin dort das erste Mal ganz bewusst mit diesem Thema Geisternetze in Berührung gekommen.
00:05:39: Wir haben überall auf der Welt eigentlich schon Geisternette gesehen und manchmal sieht es auch ganz mystisch und charmant aus wenn diese Netze an den Wachs oder an den Riffen hängen.
00:05:49: Ich habe mir nie früher Gedanken gemacht, dass das ja für die Umwelt ein Problem sein könnte.
00:05:54: Und in der Ostseer sich dort diese Wrax betaucht haben war es zum Teil so, dass wir vor lauter Netzen und toten Fischen und Seehunden und auch Vögel wenn sie weiter oben waren gar keine Wrachs mehr gesehen haben.
00:06:09: Das hat mir so zum Bewusstsein gebracht, wie schlimm das eigentlich ist und was das für Schäden anrichtet diese verloren gegangenen Netze.
00:06:17: Ich habe dann versucht mit Freunden... in Litauen über Ämter, die Behörden und die Politik.
00:06:25: Bis zur litauischen Präsidentin gehört zu finden für dieses Problem.
00:06:30: aber sie waren alle irgendwo nicht wirklich interessiert weil es sieht ja keiner was da unten los ist.
00:06:37: außer uns Tauchern sieht das ja keiner.
00:06:40: wenn wir am Strand stehen und den Sonnenuntergang anschauen und das wunderbare Meer dort am Meer machen, dann ist uns das ja überhaupt nicht bewusst was da los ist.
00:06:50: Und dementsprechend ging es natürlich den Ämtern und dem Behörden auch.
00:06:53: keiner fühlte sich zuständig, keine hatte Geld dafür.
00:06:56: wir sind ein Jahr lang von einem Amt zum nächsten gelaufen und haben dann gesagt okay wenn keiner etwas macht müssen wir vielleicht selber was machen.
00:07:04: Wir haben angefangen vorsichtig weil dieser Arbeit sehr gefährlich weit unter der Sporttauchgrenze von vierzig Metern mittlerweile aktiv und das heißt, es sind lange Tauchgänge.
00:07:20: Es sind gefährliche Tauch-Gänge und das kann man nicht eben einfach so machen als Sporttaucher.
00:07:24: da braucht man schon gewisse Schulungen, gewisse Fertigkeiten um sowas zu tun.
00:07:31: Wir tun das jetzt inzwischen seit fast zehn Jahren.
00:07:33: wir holen jedes Jahr inzwischen so um die zehn bis fünfzehn Tonnen Netzmaterial raus.
00:07:39: Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil Tausende von Tonnen jedes Jahr verloren gehen.
00:07:46: und trotzdem auch wenn es einen Kampf gegen Windmühlen ist wollen wir das tun, um Leben zu retten, um uns als Menschen im Grunde etwas Gutes zu tun, weil diese Netze bestehen zum größten Teil aus Kunststoff.
00:08:02: dieser Kunststoff braucht vierhundert bis sechshundert Jahre, um als Mikroplastik in unsere Nahrung zu enden.
00:08:09: Und er gefährdet also diese Netze sind groß stabil die Gefährden auch die Schiffe hat wenn sie unterhalb der Wasseroberfläche treiben können die kleinere aber auch größere Schiffe in Gefahr bringen.
00:08:23: das heißt es kann zur Havarien kommen es können Menschen dabei zu schaden kommen und das muss nicht sein.
00:08:30: Wir versuchen, das was wir können als Taucher zu tun und versuchen immer wieder darauf aufmerksam zu machen.
00:08:37: Und deshalb denke ich, dass nicht nur wir sondern viele andere auch wie ihr auch Michael mit Redes Fantasma dort eingreifen müsst um dieses Problem zu beseitigen.
00:08:50: Eine fantastische Schilderung Wie das alles zusammenhängt aber vielleicht nochmal zur Verteutlichung diese Netze.
00:09:02: Das sind Fischernetze, meistens denke ich.
00:09:05: Die liegen quasi auf den Wrax die am Boden des Meeres liegen und offenbar mögen diese Netze oder bleiben hängen vor allem an den Schiffen?
00:09:17: Oder wie muss man sich das vorstellen?
00:09:19: Wie kommen die Netze denn so auf die Schiffe?
00:09:24: Leisternetze, also verlorengegangene Fischernetze können ganz unterschiedliche Arten von Netzen sein.
00:09:31: Das sind einmal Stellnetze und Schleppnetze.
00:09:35: Die Reißen sich los die sind eher in Küsten nähe und treiben durchs Wasser und dann kann es eben sein dass sie irgendwo an flacheren Wrax oder an Riffenhängen bleiben.
00:09:45: Die Schleppnetze, mit denen wir es hauptsächlich zu tun haben das sind riesengroße Netze, hundert Meter lang, fünfzig Meter tief.
00:09:52: die werden durch tieferes Wasser und je nach dem was der Fischer fängt in Bodennähe oder auch weiter im oberen Bereich durchs Wasser gezogen Und sie können sich entweder losreißen, weil die Netze vielleicht alt sind und die leinen das Gewicht der Fische, die sie fangen nicht mehr halten.
00:10:15: Sie können hängen bleiben an Wrax oder auch an Untiefen oder was ab und zu oder manchmal auch passiert ist.
00:10:23: Sie kann über Bord gehen durch Sturm.
00:10:26: Es wird auch... Das kann man nicht ganz ausschließen natürlich durch Entsorgung.
00:10:32: also Fischernetzer, die nicht mehr gebraucht werden wurden früher, das war eine gängige Praxis.
00:10:38: Wurden einfach während der Fahrt über Bord geschmissen.
00:10:41: mittlerweile ist den Fischern auch klar dass das natürlich nicht geht.
00:10:44: aber trotzdem will ich nicht ausschließen es immer noch Fischer gibt die das machen weil das die billigste Variante ist so etwas zu entsorgen.
00:10:51: und was dort ins Wasser gelangt treibt entweder Einfach irgendwo durchs Wasser hat ja Auftriebskörper.
00:11:03: Oft ist es auch so, dass das nicht am Grund liegt.
00:11:05: Sondern es treibt und irgendwann bleibt es irgendwo hängen.
00:11:09: Und das sind eben wie gesagt oft meisten Schiffswachs oder irgendwelche Untiefenriffe.
00:11:17: Es ist dann so diese Auftriebskörper die sorgen manchmal dafür Dass diese Netze nicht nur über den Schiffen liegen sondern wie Zirkuszelte über diesen Schiffenschweben.
00:11:32: Das heißt, es ist wie eine Wand.
00:11:35: Ich habe oft schon Große Wrachs gesehen, die so achtzig Meter lang sind und zehn Meter breit oder hoch.
00:11:43: Und da stehen an zehn, fünfzehn Meter drüber noch diese Netze, die wirklich ... Wie eine Barriere?
00:11:51: Wie eine Wand dort stehen und für alles gefährlich sind was im Wasser schwimmt und lebt?
00:12:00: Ja, vielleicht auch größere Fischsorte oder ja, nehmen wir mal die größeren.
00:12:05: Sehen denn diese Wand?
00:12:09: Oder wie ist das also für die erkennbar?
00:12:14: Wenn sie nicht mehrfach im Grunde in Falten kann man sagen über dem Wrack stehen wo Sie sich drin verfangen können weil vielleicht auch Fische drin sind diese Jagen dann kann ich mir vorstellen dass dass sie da rauskommen oder dass die drumherum schwimmen.
00:12:34: Aber wir haben oft, sehr, sehr oft schon in diesen Netzen ganze Seehundfamilien gefunden.
00:12:42: Das ist eben das Problem gerade in der Ostsee.
00:12:45: Die Seehunde sind Familientiere.
00:12:49: Wenn sich ein Tier verfängt und brüllt oder schreit oder wie man es nennen will dann kann es durchaus passieren, dass die Nächsten kommen.
00:13:01: Diese Netze sind dermaßen gefährlich.
00:13:05: Auch ich war letzte Woche wieder vor Rügen mit meiner Gruppe und habe Geisternetze geborgen, und wir haben zum Glück dieses Mal sehr viele lebende große Fische aus diesen Netzen geschnitten, ein paar Leben retten können.
00:13:21: ganz oft kommen wir ja zu spät aber das ist die Tiere Die verfangen sich mit den Flossen, mit allem Möglichen versuchen sie sich zu lösen.
00:13:29: Und irgendwann sind sie wie eine Rollade da drin eingewickelt und dann kommen die nicht mehr raus.
00:13:35: Dann ertrinken die halt oder verhungern ... Ja
00:13:40: das ist ja ein furchtbares Drama!
00:13:43: Ihr schneidet die dann da raus?
00:13:47: Das ist ja dann, ich sag mal, Feinarbeit unter fünfzig Meter Wassertiefe je nachdem bei Sicht null, solange kein Licht da ist und also ich bin ja kein Taucher.
00:13:58: Ich kann mir das alles gar nicht vorstellen?
00:14:01: Ja es ist auf jeden Fall dunkel.
00:14:05: Manchmal haben wir Glück dass sie einige Meter Sicht haben nur sobald man diese alten Netze anfässt ist diese Sicht dahin?
00:14:12: die sind natürlich voll mit Sediment, voll mit toten Kadavern Und wir dürfen diese Netze wenn die an den Wrax hängen Wir müssen die sehr vorsichtig von den Frags lösen.
00:14:23: Die Archäologen erlauben uns nicht, dass wir einfach von oben eine Leine mit einem Haken mitnehmen und die dann darunter reißen von dem Frax weil oft die Frax unter diesen Netzen noch gar nicht identifiziert sind und man nicht wirklich weiß was man da hat.
00:14:37: und dementsprechend dürfen wir nichts beschädigen an den Frax, an denen wir arbeiten.
00:14:43: Das heißt, loschneiden, mit so genannten luftgefüllten Hebelsäcken dann nach oben schicken und können sie dann eben auf die jeweiligen Schiffe, die mit uns arbeiten bringen.
00:14:55: Und es ist so das... Das ist eine sehr schwierige Arbeit bei Null Sicht und fünf Grad Wassertemperatur, die wir jetzt letzte Woche hatten.
00:15:09: Wenn wir da unten eine halbe Stunde, drei, vier Stunden arbeiten müssen wir nochmal anderthalb Stunden rechnen bis wir wieder an der Oberfläche sind.
00:15:15: Und wenn wir mit diesen luftgefüllten Säcken arbeiten die halten die Netze auf Spannung und sobald ein letztes Schnitt gemacht wird dann sausen diese Netzteile hoch wie Raketen und wir müssen extrem aufpassen dass wir nicht mit unseren Ausrüstungsgegenstände darin hängen bleiben weil wenn man uns von dort unten in der Geschwindigkeit nach oben reißen würde wäre das im schlimmsten Fall dödlich.
00:15:43: Wie viele Leute wart ihr denn jetzt beim letzten Tauchgang?
00:15:45: Ich habe da so ein wunderschönes Video gesehen, also schön gräulich schön weil man dieses riesige Netz da gerade hochgezogen hat.
00:15:53: aber das war ein ziemlich großes Schiff und nicht irgendwie ein Boot.
00:16:00: Das ist dann die Teamgröße mit der ihr arbeitet.
00:16:03: Taucher waren jetzt, wir waren zwei Gruppen A drei Taucher.
00:16:08: Aber das Schiff mit dem wir im Moment arbeiten ist ein Fischkutter der uns halt hilft, diese wirklich schweren Netze aus dem Wasser zu ziehen.
00:16:16: Wir selber tauchen wir sind auf kleineren Booten also Schlauchboote oder so ja ohne Kabine, ohne alles wo man schnell ins Wasser reinkommt und auch schnell wieder rauskommt.
00:16:26: aber wir haben früher bis ungefähr vor zwei Jahren mit diesen Booten die Netze geborgen mit per Hand ins Boot gezogen.
00:16:34: Aber dann konnten wir dementsprechend eben nur kleinere Stücken bergen.
00:16:37: bei den Mengen, die da unten sind Ja, guckt man einfach nicht voran.
00:16:41: Wenn man wenn man nicht ein großes Boot hat was eine Winde oder wenigstens einen Kran hat wo man größere Mengen mit aus den Wasser zieht und für mich ist das sehr wichtig dass dass man auch die Fischer mit ins Boot holt weil wir haben das jetzt seit wirklich seit zwei Jahren eine sehr enge Beziehung mit denen aufgebaut die verstehen was wir tun die helfen uns gerne sie kriegen Geld dafür die Boote alles das kostet natürlich.
00:17:08: Ja, sie machen das mittlerweile auch sehr gerne und verstehen warum wir das machen.
00:17:15: Das war am Anfang nicht so.
00:17:17: Es gibt viele Umweltorganisationen die schießen extrem auf die Fischer.
00:17:21: aber diese Fischer, die dort aktiv sind, die sind nicht das Problem mit denen muss man zusammenarbeiten den muss man helfen.
00:17:30: Wir haben es eh schon schwer genug weil alles überfischt ist und Sie immer die Sündenböcke sind.
00:17:34: wenn die dann noch Netze verlieren und dafür noch bestraft werden dann ist das nicht der Weg meiner Ansicht nach.
00:17:43: Das ist nicht fair und es funktioniert auch in der realen Praxis.
00:17:50: Es kann ja nicht funktionieren, das heißt vom System her gibt es quasi innere Barrieren die vernünftigen Verhalten zumindest sehr schwierig machen.
00:18:02: Du kannst ja oft durch Wind eine ganz andere Oberflächenströmung haben als am Grund.
00:18:09: Ich habe schon Tauchplätze erlebt wo du drei unterschiedliche Strömungsrichtung hat es während des Abtauchens zum Grund und das ändert sich.
00:18:18: Es ändert auch innerhalb von drei, vier Stunden.
00:18:22: Das ist sehr schwer wenn man etwas verliert und man sieht nicht dass es an der Oberfläche nicht mit irgendwelchen Bojen markiert das dann wiederzufinden vor allen Dingen wenn es nicht nur ein oder zwei Stunden dauert bis man feststellt
00:18:39: Ja, ich verstehe.
00:18:40: Wenn man eine andere Frage von der anderen Seite diese Schiffe die ihr da von den Netzen befreit damit die Archäologen überhaupt mit der Erfassung beginnen können und dann gibt es ja vielleicht auch eine Risikoeinschätzung weil so ein Schiff kann ja auch irgendwas in sich tragen was gefährlich sein könnte.
00:18:58: wie findet ihr denn die Schiffe?
00:19:01: Inzwischen ist ja gerade in der Ostsee, ist der Boden komplett gescannt.
00:19:06: Das machen einmal natürlich die die ganzen Marine-Schiffe machen das, dann die vielen Unternehmen, die irgendwelche Pipelines oder irgendwelchen Leitungen oder was auch immer verlegen.
00:19:21: Oder Tunnel bauen und so auf den ganzen Windpark Betreiber.
00:19:27: Inzwischen ist die Ostsee und auch die Nordsee und viele andere Gewässer da gibt es kaum noch einen Quadratzentimeter der nicht gescannt ist.
00:19:35: Das ist ja auch gut, weil dadurch wenn man weiß man hat irgendwo Wrax oder irgendwelche Untiefen und die werden den Karten eingezeichnet dann wissen ja auch die Fischer das es dort Untiefend gibt.
00:19:48: Oft war der Grund weswegen sie ihre Netze an irgendwelchen Wracks verloren haben dass sie eine tolle Stelle hatten wo sie immer wieder viel Fisch gefangen haben aber nicht wussten was da ein Wrack ist oder irgendwas anderes mit ihren Netzen deswegen dahängen geblieben sind.
00:20:04: Aber wie gesagt, wir brauchen gar nicht suchen.
00:20:07: Wir arbeiten ja immer mit ortsansässigen Tauchbasen oder auch Fischern und die kennen die Stellen und wissen zwar oft nicht was genau das ist.
00:20:19: Wir schauen dann halt und tauchen runter und gucken uns an, wie sieht es aus?
00:20:23: Wie viel Arbeit haben wir da?
00:20:25: Was ist das, was da hängt?
00:20:26: Und bevor wir irgendwas beginnen zu bergen... ist natürlich auch immer sehr wichtig, dass man diese WRAX erstmal erkundet und vorsichtig guckt.
00:20:37: Ist das ein Kriegsschiff?
00:20:38: Was gesunken ist vielleicht noch komplett mit Munition oder mit irgendwelchen Sachen die man besser nicht mithochholt bevor irgendwas passiert?
00:20:47: Ja, das kann gefährlich sein.
00:20:49: Sag mal ihr seid ihr da alleine als Verein glaube ich seid ihr organisiert oder?
00:20:58: Und gibt es da andere Vereine die mit denen ihr korrespondiert oder Informationen austauscht, euch trefft?
00:21:07: Wie geht das?
00:21:09: Es gibt mittlerweile einige Organisationen und Vereine, die die Gasternetzbergung auch durchführen.
00:21:17: Und wie gesagt, wenn wir auf Rügenbergen haben eine Anlaufstelle ist ein sehr bekannter und geschätzter Mann der dort mit vielen Organisationen und Vereinen, auch mit den Behörden zusammenarbeitet.
00:21:32: Weil oft brauchst du ja auch wenn es wirklich historische Praxis sind, wenn das bestätigte historische Frax sind eine Genehmigung damit überhaupt daran arbeiten darf.
00:21:43: Wir koordinieren uns schon, wir finanzieren unsere Bergungen durch Spenden dort sind, weil wir das ja in unserer Freizeit tun.
00:21:56: Keiner von uns macht das irgendwie beruflich alles ehrenamtlich und das heißt dementsprechend wir opfern unsere Freizeitszeit und das Geld von den Leuten die uns unterstützen und es muss natürlich sinnvoll alles genutzt werden.
00:22:08: Das heißt wenn wir dort sind für eine Woche oder zehn Tage dann wollen das heißt, wir gehen dann zu den Stellen wo wir auch wissen dass da was ist.
00:22:20: Wenn alle zur gleichen Stelle gehen würden und wir uns nicht koordinieren würden, dann würden wir sehr viele wichtige Ressourcen verschwenden.
00:22:28: Das heißt die meisten Gruppierungen die es mittlerweile gibt.
00:22:33: Die Gasternetze Bergen, die sprechen sich untereinander ab und wir gehören zu den wenigen, die wirklich auch in die größeren Tiefen gehen weil wir die dementsprechende Ausrüstung und auch Ausbildung haben.
00:22:43: Und wir lassen die etwas flacheren Frages dann für die anderen Gruppierungen, die eben eher im Sportaubereich aktiv sind damit wir wirklich gemeinsam möglichst viel schaffen.
00:22:54: Das ist interessant.
00:22:55: und die Frage, die mir jetzt kommt das können Text in den Show Notes heißt das auch, kann man das reintun.
00:23:06: Ihr habt ja eine Webseite und da kann man ja wahrscheinlich auch spenden.
00:23:10: Und ich glaube wenn die Leute hören was ihr tut welche Gefahren ihr in Kauf nimmt wie wichtig das auch für das Meer ist Dann wird die eine oder andere sagen, Mensch da würde ich schon gerne einen Beifrag leisten.
00:23:27: Ich kann zwar selbst nicht tauchen aber da würde sich gerne was dafür spenden.
00:23:31: Habt ihr auf der Webseite dann so ein Spendenkonto?
00:23:33: Können wir das dann so bekannt geben?
00:23:35: Haben wir ja.
00:23:38: Das machen wir dann.
00:23:39: Wir freuen uns sehr über Spenden weil wie gesagt so einen Tag auf der Ostsee, einen Tag Bergung auf der Osssee kostet uns ungefähr fünftausend Euro.
00:23:49: Das ist wirklich nur die Schiffe und die Treibstoffkosten.
00:23:54: Alles andere Reisekosten, Hotelkosten oder Verpflegungskosten zahlt jeder von uns selber.
00:24:00: Es ist keine billige Geschichte und es ist oft so, dass man dann gefragt wird, ja macht das überhaupt Sinn?
00:24:10: Du holst in sechs Tagen eine Tonne von dem Zeugs raus, aber wenn man sich überlegt wir gehen mit einem großen Fischkutter.
00:24:19: Wir gehen mit zwei kleineren Booten was alleine an Brennstoff da durchgehauen wird das sind keine Ahnung paar Tonnen, die da in der Woche an den Schiffsdiesel verbrannt werden.
00:24:36: Was natürlich viel CO² auch bedeutet.
00:24:39: und aber andererseits das Salz muss raus!
00:24:44: Und ich kann es leider nicht mit dem Ruderboot machen und ich habe leider auch keine solarbetriebenden oder windbetriebenen Schiffe zur Verfügung.
00:24:52: und deshalb wie gesagt... Ich kann immer wieder nur sagen.. Es ist sehr wichtig, dass wir alle zusammenarbeiten und dass wir zwar das alte Zoll rausholen, wovon noch sehr viel da ist.
00:25:04: Aber es auch irgendwo irgendwann eine Chance gibt zu verhindern, dass noch mehr reinkommt.
00:25:10: Dass vielleicht irgendwann die Chance besteht, dass unsere Arbeit nicht mehr nötig ist wird zwar noch dauern aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
00:25:20: Ja nee, das ist der richtige strategische Ansatz.
00:25:23: Und das gilt ja überall woanders, wo Petflaschen mit Schiften eingesammelt werden, weil Menschen aus Armut oder weil die Infrastruktur durch Krieg zerstört ist.
00:25:37: Flaschen einfach in Flüsse werfen, die dann im Meer landen.
00:25:42: Aber es ist eben auch wichtig dass man an den Wurzeln arbeitet und aufzeigt das es Möglichkeiten gibt diese Dinge zumindest dramatisch zu reduzieren.
00:25:53: Ich sage immer so wenn wir das vor fünfzig Jahren das Gespräch gehabt hätten und diese Technologie und diese Ideen entwickelt hätten, dann wären wir heute fünfzig Jahre weiter.
00:26:02: Und wahrscheinlich hätten wir eine ganz andere Konversation.
00:26:06: Wir werden an einem anderen Punkt und nach dem Motto es ist nie zu spät fangen wie an muss man was tun?
00:26:14: Also das machen wir ja auch bei Redisch Fantaschmat.
00:26:17: Das ist die gleiche Idee sag ich mal.
00:26:21: aber nochmal zurück zu eurem Arbeiten und der Vernetzung.
00:26:26: Ich glaube, du hast eines unserer Vereinsmitglieder an einer Messe kennengelernt.
00:26:31: Die heißt, glaube ich, Boot?
00:26:33: Genau!
00:26:34: Ich kenne die gar nicht.
00:26:34: Kannst du ein bisschen was erzählen warum die Boot für euch interessant ist?
00:26:40: Die Boot ist die größte Wassersportmesse Europas bietet eigentlich für alle Wassersportler die Möglichkeit sich über neue Techniken, über alle Möglichkeiten zu orientieren.
00:26:53: Also nicht nur Taurer, Angler, Surfer... Natürlich wie die Wiedernahmesacht-Boot, auch Leute, die sich interessieren, Boote zu kaufen.
00:27:02: Alles was mit Wassersport oder überhaupt mit Wasser zu tun haben wird von dieser Messe in Düsseldorf abgedeckt.
00:27:08: Die geht zehn Tage und für uns ist das besonders interessant.
00:27:12: es gibt zum einen eine große, ein ganz großen Bereich.
00:27:17: Lavia Ocean nennt sich das wo viele Organisationen sich präsentieren können.
00:27:28: In der Regel auch mehr oder weniger, wenn der Verein gemeinnützig ist kostenlos.
00:27:33: und es gibt einen ganz großen Bereich für Taucher die natürlich für uns sehr wichtig sind weil wir suchen immer wieder nach guten sehr erfahrenden Tauchern die eben uns begleiten und Lust haben eben auch ehrenamtlich diese Arbeit der Gasternetzbergung mit uns zu machen.
00:27:55: Man kommt ins Gespräch.
00:27:57: Gerade weil es so unterschiedliche Bereiche gibt, dass es kommt aus der ganzen Welt kommen Menschen dorthin um sich zu orientieren und sich zu informieren.
00:28:09: Und man kann mit sehr vielen Menschen kommunizieren und wir haben dort auch Stiftungen getroffen die sich informieren wollten was alles im Meeresschutz- und Umweltschutz... im Grunde durchgeführt oder was es für Vereine für Möglichkeiten gibt, um sich zu orientieren und um sich vor allen Dingen zu engagieren.
00:28:33: Für uns ist das jedes Jahr – ich mache das jetzt seit über zwanzig Jahren – dass ich regelmäßig auf der Boot bin die ganze Zeit.
00:28:40: Es ist immer wieder interessant, mit welchen Menschen man dort in Kontakt kommen kann.
00:28:50: Das ist ja dann eigentlich wie ein großes Sprungrad, in dem sich die Leute da auch gegenseitig Mut machen können.
00:28:59: Ja es ist so, wenn man so lange wie ich in dieser Szene aktiv ist, hat man natürlich in seinem Leben viele Menschen getroffen und die Boot ist immer wie eine Art Familie enttreffen.
00:29:14: Man sieht Leute, die man ewig schon nicht gesehen hat und kann sich austauschen.
00:29:19: Man kann immer wieder auch interessante Projekte oder Expeditionen planen, also wir haben fürs nächste Jahr schon eine sehr interessante Netzbergung für Griechenland in Vorbereitung – das ist jetzt auf der Boot entstanden in diesem Jahr.
00:29:39: Das passieren immer sehr interessante Sachen dort!
00:29:44: Wann ist die Messe im Januar?
00:29:47: Es sind immer so die letzten anderthalb Wochen im Jahr noch.
00:29:54: Ja, und dann warst du ja auch letztendlich in Portugal?
00:29:58: Du hast dir Zeit genommen.
00:29:59: Es waren zwischen den vielen Terminen, die du da hast und deiner Arbeit, die brauchst.
00:30:08: Was hast du denn dort beobachtet?
00:30:12: Das große Glück, dass ich an dem Symposium von Redus Fantasch mal teilnehmen durfte und Ocean Patrol natürlich nicht zu vergessen die das auch mit organisiert haben.
00:30:24: Und ich fand den Ansatz unglaublich spannend, dass man wirklich alle zusammen an einen Tisch geholt hat alle miteinander auch wirklich geredet haben, ohne sich gegenseitig irgendwelche Schuldzuweisungen zu machen.
00:30:39: Das es die Möglichkeit gab neue Technologien behauptnah kennenzulernen, die vielleicht wirklich auch ein Gamechanger sein könnten in dieser ganzen Geschichte.
00:30:52: also das fand ich gut.
00:30:56: Es waren die Fischer involviert, es war die Politik involvierte, es waren Wissenschaftler involvierten.
00:31:01: Taucher alle!
00:31:03: Sonst ist es oft so dass die einen nichts mit dem anderen zu tun haben wollen, die einen sagen wir können nichts dafür und die sind schuld.
00:31:14: man kommt nicht wirklich weiter.
00:31:15: ich habe das ja auch oft genug schon erlebt und ich fand dieses Symposium sehr mutmachend und ich würde mich freuen, wenn wir das auch in anderen Ländern mit mehr Anbindung irgendwo hinbekommen könnten.
00:31:30: Dass es so etwas gibt wie es dort gab also wirklich wirklich spannend und richtig gut durchgeführt organisiert und die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort
00:31:42: Ja genau!
00:31:43: Es müssen alle an einen Tisch und einem Seil ziehen.
00:31:47: Wir können nur weiterkommen, wenn wirklich alle Parteien ins Boot kommen.
00:31:52: Du hast ja auch mitbekommen auf dem Symposium Euro Innovation ist super aber die Fischer werden es nicht annehmen solange sie davon Nachteile haben.
00:32:01: Richtig!
00:32:03: Das ist das Problem.
00:32:05: Ja dann lass uns miteinander nach Wegen suchen wie wir so ein Symposium auch mal nach Deutschland bringen können.
00:32:15: Du sprachst den guten Mix von Leuten an.
00:32:19: Das hat auch etwas mit dem Konzept zu tun, das wir uns eben über den Lebenszyklus hinweg mit allen Schwierigkeiten beschäftigen bei Redes Phantasmer.
00:32:33: Und da gehört ihm auch dazu in der Frühphase einzuwirken aber es gehört auch dazu nicht sehr herauszuholen aus dem Wasser.
00:32:45: und dann – und das ist meine Frage an dich weil ich weiß dass andere Organisationen sich damit schwer tun Wie entsorgt ihr die Netze, wenn es ja aus dem Wasser gezogen hat?
00:32:57: Denn das sind ja komplexe technische Gebilde.
00:33:00: Das ist nicht nur eine Art Kunststoff, da ist auch Metall dabei.
00:33:05: Wie macht ihr das?
00:33:06: Habt ihr da eine Standardlösung entwickelt in der Zwischenzeit?
00:33:11: Es ist sehr schwierig!
00:33:14: Das war auch eines unserer größten Probleme am Anfang.
00:33:19: Ich fange nur an solche Arbeiten zu machen und diese Netze dort rauszuholen, wenn ich weiß wo die hinterher hinkommen.
00:33:26: Es nützt ja nichts.
00:33:27: Wenn ich die nachdem ich sie hochgeholt habe irgendwo im Hafen oder auf irgendein Kai lege und beim nächsten Sturm sind Sie wieder im Meer dann hab' ich nicht gewonnen.
00:33:37: Und ich kann sie auch nicht wie normalen Hausmüll irgendwo in eine Tonne legen und abtransportieren lassen, weil es ist wirklich Sondermüll.
00:33:47: Es sind Kunststoffe, aber das große Problem sind die ganzen Gifte mit denen die teilweise getränkt sind einfach gegen... Also als Fraßgift gegen Ratten Wenn die irgendwo im Hafen oder auf dem Schiff liegen, möchte man natürlich nicht als Fischer, dass die von irgendwelchen nagetieren kaputt gefressen werden.
00:34:12: Also dementsprechend dann ist viel Blei da drin durch.
00:34:16: die brauchen ja Beschwerung damit sie unten also auch am Grund oder eben wirklich runter hängen und das ist sehr schwer.
00:34:25: es ist heute noch ein Riesenproblem für uns.
00:34:29: Die Netze Bergen haben wir Gott sei Dank unseren ortsansässigen Kontaktmann, der hat ein ganz großes Gelände.
00:34:36: Da dürfen wir das ganze Jahr über alle Netze die wir rausziehen bergen.
00:34:41: bis Ende des Jahres müssen wir uns irgendwas überlegen was dann damit passiert.
00:34:44: und Wir haben in Norwegen gibt es eine Firma die nennt sich NORF.
00:34:51: hier Die stellen eigentlich Netze her für Fischfarmen.
00:34:56: Und die haben ein Zweitwerk, das ist in Litauen und dort werden alte Netze von den Fischfarm recycelt
00:35:05: bzw.,
00:35:05: wenn es nicht mehr möglich ist, werden sie eingeschmolzen und in ihre verschiedenen Kunststoffe zerlegt und dann als Pellets in die Welt geschickt um das daraus andere Sachen produziert zu werden.
00:35:18: Wir dürfen unsere Netze dort abgeben Aber dazu müssen wir natürlich die Möglichkeit haben, sie da hinzubringen.
00:35:25: Das ist nicht immer der Fall!
00:35:26: Ich habe in meinem Team Leute aus Letown und die nehmen schon wenn sie ihre Familien besuchen mal den einen oder anderen Hänger voll mit um das dahin zu schaffen.
00:35:37: aber wenn es nicht möglich ist dann müssen wir's über Sondermüll entsorgen sehr teuer entsorgnet und es zahlt auch niemand.
00:35:47: Was ich rausziehe, gehört mir.
00:35:49: Ich bin dafür dann auch verantwortlich was am Ende damit passiert.
00:35:54: Wir haben eben dort auch das Problem noch in der Ostsee dass durch die Bedingungen die dort herrschen Auch die Netze die teilweise zwei drei hundert Jahre alt sind und noch aus Kunststofffasern bestehen Eben auch so gut erhalten sind Die dazwischen sind.
00:36:09: also es sind nicht nur die netzerhaus kunststoff Sondern wir haben totales mix aus allem möglichen.
00:36:15: Das ist manchmal noch schwieriger, das loszuwerden und zu entsorgen, weil die Firmen, die Kunststoffe recyceln können natürlich mit den alten Naturhand oder was auch immer Netzen überhaupt nichts anfangen.
00:36:30: Schau mal ob ich das richtig verstanden habe.
00:36:32: also sagst du es ist eine Mischung aus hunderte Jahren Alten quasi amtik Netzteilen, die sich an den moderne Netzen verfangen haben.
00:36:41: Ja, das ist wirklich... die sind ineinander durch Strömungen, durch Wasserbewegungen über viele Jahre.
00:36:48: Sind sie so ineinander verrieben?
00:36:50: Dass man das eine nicht mehr vom anderen unterscheiden kann.
00:36:53: Das kann man nicht einfach mal eben ja, dass es jetzt das und das ist das sondern ich finde ein großer Knoll, ein großes... Ein großes Ganzes!
00:37:05: Ja also ich bin gerade im Moment sprachlos gewesen wenn ich mir das vorstelle was da unten passiert wenn du so Teams hast von drei Leuten, von denen du sprachst.
00:37:16: Wie groß ist denn dann eure Gesamtorganisation?
00:37:19: Wir haben inzwischen über hundert Mitglieder allerdings nicht alle tauchen.
00:37:25: wir haben aktive sind dreißig bis vierzig die bei den unterschiedlichen Aktionen, die wir pro Jahr machen eben mitkommen.
00:37:34: logischerweise kann ich jeder immer bei allen Aktion dabei sein.
00:37:39: wie gesagt Keiner hat in der Regel mehr als sechs Wochen Ferien und man hat ja vielleicht auch noch Familie oder andere Hobbys, oder andere Sachen die man machen möchte.
00:37:48: Wir machen im Schnitt so zwischen sechs und acht Wochen im Jahr wo wir diese Bergungen durchführen und dann nochmal verlängerte Wochenenden je nachdem.
00:38:00: Ja diese Berufung wird viel Zeit reingesteckt von den Teammitgliedern.
00:38:09: Ja Berufung ist wahrscheinlich das richtige Wort.
00:38:12: Oder was würdest du sagen, Sabine?
00:38:18: Für mich ist es einfach eine Herzensangelegenheit.
00:38:22: Es gibt keine Frage.
00:38:25: Ich möchte das und ich will das.
00:38:29: Und den meisten meiner Kollegen geht's genauso.
00:38:31: Wir wollen etwas für diese Meere, diese Ozeane tun.
00:38:39: Wir sind Taucher, wir haben extrem viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Meer.
00:38:45: Und das ist unsere Art und unsere Möglichkeit etwas zurückzugeben weil wir es können.
00:38:51: Ja dann fällt mir vielleicht noch das Wort Berufung ein wenn ich's nicht vorher schon genannt habe.
00:38:56: aber was geht für mich denn in die Richtung?
00:38:58: Ja Sabine vielen herzlichen Dank!
00:39:05: Ich denke wir sehen uns wieder mal Und machen auch gemeinsam was zwischen den Organisationen, denen wir angehören.
00:39:14: Weil wie im Vorgespräch sagt es braucht ja ganz verschiedene Elemente um das Problem zu lösen.
00:39:21: die Situation ist Verfahren und es müssen alle an einem Seil ziehen und dazu braucht's einfach Teamwork und Vertrauen gegenseitiges dass man da vorwärts macht.
00:39:33: also ich denke gerade Die Messe ist interessant, um auch da vielleicht mal gemeinsam was zu machen und zu schauen wie man in der Kombination von Leuten nochmal einen Schritt weiter kommt.
00:39:48: Aber ich muss das alles erstmal verdauen, was du mir erzählt hast.
00:39:53: Das ist schon ganz schön heavy!
00:39:57: Das kann ich gut verstehen, ich habe jetzt fast zehn Jahre Zeit und mich zehn Jahre damit beschäftigt.
00:40:04: Jetzt in fünf Minuten zu begreifen worum es da eigentlich geht und wie's da wirklich aussieht das ist schwierig.
00:40:11: Damit man sich das alles besser vorstellen kann werden wir den Show Notes die entsprechenden Links haben auf Bildmaterial auf Facebook aber auch auf LinkedIn auf ein Video eine Aktion.
00:40:24: Da sieht man, wie hart die Bedingungen unter Wasser tatsächlich sind und kann sich das noch etwas besser vorstellen.
00:40:33: Dort haben wir auch die Information, wie man auf eurer Webseite zum Spendenbereich kommt.
00:40:41: Das ist doch sehr wichtig Denn die Arbeit lebt ja davon, dass sie unterstützt wird.
00:40:48: Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken für dieses Gespräch, für die wertvolle Zeit die du aufgewendet hast und ich bin sicher, wir haben den Zuhörern von Michaels Green World etwas Neues vermitteln können.
00:41:06: Vielen herzlichen Dank Sabine für dieses Gespräch!
00:41:11: Ich danke dir.
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